Fragebogen: Aktionsgruppe Biber „Manege tierfrei“

Über facebook wurde folgende Frage gestellt:
Wahlprüfstein zur OB-Wahl in Ulm

Liebe OB-Kandidaten,
wir bitten um eine nicht zu knappe Antwort (als Kommentar zu diesem Posting) auf folgende Frage:

Die Aktionsgruppe Biber sammelt Unterschriften für einen Bürgerantrag „Manege tierfrei in Ulm!“, der einen entsprechenden Gemeinderatsbeschluss zur Folge haben soll. Natürlich kann man sagen, dass, wer keine Tiere im Zirkus mag, auch nicht hinzugehen braucht. Aber Nicht-Hinschauen löst ja bekanntlich keine Probleme!
— Wie sollte sich nach Ihrer Meinung die Stadt Ulm in Sachen Zirkus verhalten? Eher vorsichtig/feige oder eher mutig und konsequent?

Antwort (von Piraten-ulm auf facebook geantwortet):

ch folge der Auffassung des Tierschutzbundes, BUND u.a.:
Gerade Wildtiere stellen hohe Anforderungen was Ihr Haltung angeht und dies kann in einem Zirkus nicht geleistet werden. Neben anderen Problemen durch Dressur, Unterbringung, Reisebetrieb und die Manegensituation u.a. führt dies zu unnötigem Tierleid.

Das aktuelle Tierschutzgesetz geht hier nicht weit genug, da es erst bei „erheblichen Schmerzen, Leiden oder Schäden“ greift ( § 2 TierSchG ). Und diese müssen zudem erst einmal nachgewiesen werden. Solange kein verbindliches Wildtierverbot besteht, können auch lokale Veterinärämter nur schwer eingreifen. Oft zieht der Zirkus um, bevor reagiert werden kann. Zudem sind Beschlagnahmen (sofern benötigt) nur schwer umzusetzen, da geeignete Pflegestellen kaum vorhanden sind.

Deshalb: Die Stadt Ulm sollte keine Genehmigung für Zirkusse erteilen, die Wildtiere in ihrem Programm vorführen. Hierzu muss eine Charta erstellt werden, die klar kommuniziert wird.
Nur so wird die Exotenhaltung unattraktiv und auf lange Sicht verschwinden.

Das Argument, der Kontakt zu Tieren würde das Naturverständnis fördern, lasse ich im Fall Zirkus nicht gelten. Die Tiere werden als dressiertes Schauobjekt und Fotomotiv benutzt und können ihren natürlichen Verhaltensweisen nur eingeschränkt bis überhaupt nicht nach gehen.

Für ein generelles Tierverbot im Zirkus bin ich aber nicht, Haustierrassen, die gut gehalten werden können und durch den Kontakt mit Menschen nicht in übermäßigen Stress geraten, sind zunächst zuzulassen.

Definitiv nicht zulassungsfähig sollen dabei exotische Tiere sein wie:
Elefanten, Bären, Affen, Nashörnern, Flusspferde, Giraffen, wilde Huftiere wie u.a. Zebras und Antilopen, ebenso alle Großkatzen, Krokodile und auch Robben/Seelöwen.

Diskutiert werden muss m.E. noch über Schlangen, Kamele (und deren Verwandte), Vögel (benötigen genauere Klassifizierung wie Haushühner, Greifvögel, Papageien) u.a.

Als (je nach Haltungbedingung) zulässig sehe ich Nutz- und Hautierrassen an wie Hunde, Katzen, Ziegen, Rinder, Pferde, Ponys, Schweine.

Die Aufstellung sehe ich als erste Arbeitsgrundlage und nicht als zwingende/abschliessende Liste. Diese muss mit den Naturschutzverbänden zusammen erarbeitet werden, um genügend Fachwissen „im Boot“ zu haben.

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