PM: Freies WLan in Ulm? Leider Nein!

Der Zugang ist begrenzt auf bestimmte Internet-Seiten der Stadt Ulm, also alles andere als frei.
Auch  kostenlos ist falsch, da für die Freischaltung in das weltweite  Netz mit den eigenen  Daten “bezahlt” werden muss. Persönliche Daten entwickeln sich immer mehr zur Währung der Zukunft. Dagegen hilft nur Datensparsamkeit. Hier haben Städte mit gutem Beispiel gegen die Datensammelwut voran zu gehen!

 

Die Kosten sind viel zu hoch. Die 205,000 Euro sind lediglich die Investitionskosten, dazu kommen noch laufende Betriebskosten, deren Höhe erst nach der öffentlichen Ausschreibung bekannt wird. Die Stadt Ulm geht bisher von insgesamt 20,000 Euro jährlich aus. Hier ist die Stadt in Vorleistung getreten ohne die Folgekosten genau zu kennen.

 

Die Festlegung auf Expert Alcatel Lucent Partner ist eine unnötige Einschränkung auf ein bestimmtes System und wurde verwaltungsintern beschlossen. Alcatel Lucent ist ein System, das nicht mit anderer Software betrieben werden kann. Das heißt, die Stadt ist nach den 3 Jahren finanziell erpressbar. Hardware kann ebenso nur bei Expert Alcatel Lucent Partnern gekauft werden.
Damit wurde übrigens auch festgelegt, daß kein hiesiger Anbieter zum Zug kommt – der nächste Anbieter ist knapp 100 Kilometer entfernt.

 

Der vorläufige Betreiber bis zum 31. Januar 2016, Imtech, wurde ohne öffentliche Ausschreibung von der Verwaltung bestimmt. Das ist in der Ausschreibung für den 3-Jahres-Vertrag praktisch schon eine Vorentscheidung, da Imtech damit die einzige Firma ist, die den tatsächlichen Aufwand einschätzen kann. Allerdings hat Imtech Anfang November Insolvenz angemeldet.

 

Die 4 Standorte sind zwar nachvollziehbar, doch sind gerade diese Orte schon durch Freifunk, ulmconnect und / oder unitymedia mit freiem Wlan versorgt. Hier wird unnötigerweise ein weiterer der sehr begrenzten Funkkanäle belegt, was z.B. schon am Schwörmontag zu unfreiwilligen Kanalwechseln führte.

 

Eine gerade bei Touristen unbekannte Ulmer Insellösung mit kompliziertem Registrierungsverfahren ist nicht besucherfreundlich. Wer liest sich das Verfahren schon in jeder Stadt durch und registriert sich dann dort? Freifunk dagegen ist deutschlandweit bekannt und einfach.

 

Einen Antrag, Freifunk durch die Stadt zu unterstützen, haben die Piraten schon in den Gemeinderat eingebracht.

 

Derzeit besteht das Ulmer Freifunk-Netz aus über 130 aktiven Routern. Selbst wenn man pro eingerichtetem Router (Kostenpunkt 20 bis 100 Euro) mit 100 Euro rechnet, hat dieses Netz nur 13,000 Euro gekostet. Ein flächendeckendes Netz ist damit mit einem Bruchteil der Kosten zu erreichen, die die jetzige punktuelle Lösung verschlingt.

 

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