Fragebogen: Ulmer Einzelhandel

Antworten zum Fragebogen des Ulmer Einzelhandels

♦ Bahnhofstraße und Hirschstraße, die Hauptschlagadern des Innenstadthandels, sind vernachlässigt. Die 1a Lage in Ulm darf in Zukunft nicht schlechter da stehen, als Sedelhöfe, Bahnhofsvorplatz oder neue Mitte.

 

• Welche Priorität hat für Sie das Projekt Restrukturierung der 1a Lage? Welche Ideen haben Sie über neues Pflaster, Beleuchtung und Innenstadtmöblierung hinaus?

 

Die Innenstadt muss attraktiv sein. Projekte die versuchen, Laufkundschaft exklusiv an sich zu binden, sind soweit möglich einzuschränken.
Um die Attraktivität zu erhöhen muss in Zusammenarbeit mit dem City-Marketing über Modelle nachgedacht werden, u.a. statt Citygutscheinen aufladbare City-Karten, die sich flexibel “leeren” und wieder “aufladen” lassen. Evtl. auch per Paypal um u.a. Kindern eine persönliche Karte mitgeben zu können.
Einbindung des gesamten Einzelhandels in das Projekt “Freifunk”.
Ausbau des Park&Ride Konzeptes und bessere Beschilderung.
Prüfung eines umlagefinanzierten fahrscheinlosen ÖPNV – mehr Mobilität für alle.
Sperrzeiten an Wochenenden nach hinten verschieben.
Die Stadt öfters “zum Erlebnis” machen abseits von Großveranstaltungen, z.B. ein Straßenmusikfestival o.ä.
Geocaching aktiv in das Werbekonzept einbinden.

 

♦ Ulm lebt von der Region. Die Parkplatzsituation in Ulm ist besonders an Wochenenden kundenabschreckend. Die zusätzlichen Parkplätze im 3. UG der Sedelhöfe sind zusammen mit den anderen geplanten neuen Plätzen unverzichtbar.

 

• Wie stehen Sie zum Thema Erreichbarkeit der Innenstadt für den MIV?

 

Ulm ist ein Verkehrsknotenpunkt, deshalb muss er durch alle Arten von Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein. Um die Parkplatzsituation zu entspannen, müssen attraktive Alternativen zum Parken direkt in der Innenstadt geschaffen werden (s.o.). Neu geplante Tiefgaragen müssen großzügig geplant werden, um denjenigen die in der Stadt parken müssen, auch die Möglichkeit zu bieten.

 

♦ Die Nebenlagen in Ulm zeichnen sich durch eine besondere Angebotsvielfalt aus. Dies ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Städten. Die überwiegend inhabergeführten Geschäfte brauchen professionelle Hilfe zur Steigerung der Frequenzen und Attraktivität der Lagen.

 

• Was werden Sie als OB zur Unterstützung der Handelsvielfalt in den Nebenlagen tun?
Welcher Beitrag ist von der Wirtschaftsförderung zu erwarten?

 

Gerade die allerkleinsten Läden machen eine Stadt besonders, abseits von großen Handelsketten. Diese müssen als kleine “Schmuckstücke” besonders beworben werden und mögliche Lockerungen bei der Außenbeschilderung u.a. bekommen.

 

♦ In der Stadt Ulm stehen in den nächsten Jahren sehr viele Baustellen an. Hier müsstenLösungen gefunden werden, die die Beeinträchtigungen des Handels minimieren.

 

• Welche Konzepte, Hilfen oder Maßnahmen werden Sie einsetzen um die Beeinträchtigungen für die Erreichbarkeit und den einzelnen betroffenen Händler mit der Baustelle vor dem Eingang möglichst niedrig zu halten?

 

Rechtzeitige Information bereits im Vorfeld, Abstimmung der einzelnen Baustellenmaßnahmen zur Minimierung der Gesamtbeeinträchtigung,
Digitale Baustellendaten für Navis, um gerade auch für den Lieferverkehr die Situation zu vereinfachen.

 

♦ Nach einem Bericht in der Südwestpresse sucht die Stadt einen privaten Investor für den Neubau des Bahnhofsempfangsgebäudes. Damit sich eine solche Investition für ein Privatunternehmen rechnet, müssten deutlich mehr Handelsflächen erstellt werden, als für den Reisebedarf benötigt werden. Großzügig genehmigte Flächen haben negative Auswirkungen auf die Innenstadt. Durch die Sonderöffnungszeiten an Bahnhöfen wird der Wettbewerb zusätzlich verzerrt.

 

• Wie sieht Ihr Konzept zum Bahnhofsneubau aus? Wie sehen Sie zusätzliche Handelsflächen am Bahnhof?

 

Das Gebäude gehört der Deutschen Bahn. Hier ist also zuerst die Bahn gefordert, nicht die Stadt.
Bis zu einem Bebauungsplan dauert es auch noch – aber dann müssen sowohl die Bürger als auch der ansässige Handel in die Planungen einbezogen werden.

 

♦ Bisher sind zur Trennung nach Innenstadtrelevanz der Sortimente in Bereichen wie dem IKEA Fachmarktzentrum oder dem Blautalcenter auch maximale Verkaufsflächen für einzelne innenstadtrelevante Branchen festgeschrieben. Die Stadt Ulm hat sich bisher vorbildlich an ihr Einzelhandelskonzept gehalten.
Durch den in einzelnen Branchen extremen Wettbewerbsdruck werden Flächen im Bereich Blaubeurerstrasse / Blautal-Center frei, die nicht mehr an die gleichen Branchen vermietet werden können. Eine Umnutzung solcher Flächen würde die Probleme der Vermieter lösen, in der Innenstadt Probleme schaffen.

 

• Wie würden Sie sich zu einer Umnutzungsanfrage eines Investors stellen? Haben Sie ein Konzept zur Nachnutzung ehemaliger Handelsflächen?

 

Grundsätzlich stehe ich dem offen gegenüber. Allerdings muss darauf geachtet werden, ein Gleichgewicht zu wahren. Ein Konzept kann ich ohne Einsicht in die aktuellen Pläne leider nicht vorweisen. Dies muss dann im Dialog erarbeitet werden.

 

♦ Der UNT stehen jährlich 200.000 Euro für Marketingmaßnahmen zur Verfügung. Damit präsentiert sich Ulm als Tourismusziel und versucht, Gäste zu generieren. Auch die Aufgaben im Stadt- und Citymarketing steigen. Ulm gibt für City Marketing genau so viel Geld aus wie die Stadtverwaltung Riedlingen. Veranstaltungen wie das Münsterjubiläum werden mit Millionenbeträgen ausgestattet.

 

• Sind sie bereit, durch eine stärkere persönliche, organisatorische und finanzielle Unterstützung die Qualität des Stadt- und Citymarketings für Ulm zu verbessern?

 

Soweit es irgend möglich ist, ja! Zunächst würde ich dabei die aktuellen Ausgaben evaluieren um ggf. bereits durch eine Umstrukturierung die Gelder effektiver einzusetzen. Grundsätzlich ist die City das pulsierende Herz der Stadt und muss dementsprechend unterstützt werden.

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