Winterzauber

 

Die Absage der Veranstaltung http://winterzauber-ulm.de ist derzeit eines der Aufreger-Themen in Ulm.
Für die Veranstalter lohnt sich ihre Investition von über 100,000 Euro nicht, wenn die Stadt eine Sperrstunde von 22:00 Uhr vorschreibt.

Nun ist natürlich die Aufregung groß. Die Stadt verbietet wieder einmal das Feiern wie beim Schwörmontag, ist von gestern und gönnt den jungen Leuten keinen Spaß.

 

Ich wollte wissen, was jetzt wirklich los ist und habe mich mit meinem Team bei einem der Veranstalter, Herrn Loser, und dem Ordnungsamt (Herrn Türke) informiert, um mir eine Meinung bilden zu können.

 

Der neue Veranstaltungsort in der Friedrichsau (letztes Jahr fand die Veranstaltung auf dem IKEA Parkplatz statt) bietet leider nicht nur Vorteile. Er liegt nicht mehr in einem vorwiegenden Gewerbegebiet sondern ist in Nachbarschaft mit Wohneinheiten. Deshalb muss hier besonders auf den Lärmschutz geachtet werden, zumal es nicht um eine Einzelveranstaltung geht, sondern um ein tägliches Event von Anfang November bis Januar.

 

Dem tragen die Veranstalter dadurch Rechnung, dass sie die Veranstaltung teilweise im Innenbereich der Teutonia vorgesehen haben als auch durch zusätzliche Schallschutzmaßnahmen für die zu errichtenden Zelte. Insofern kann die Stadt wohlwollend davon ausgehen, dass es sich nicht um eine „klassische“ Aussenveranstaltung handelt.

 

Was bedeutet dies nun?
Ohne den Eindruck einer „Extrawurst“ zu erwecken, besteht hier durchaus die Möglichkeit, abseits von der reinen 22 Uhr Regel eine Lösung vorzuschlagen.
Zunächst muss ein Lärmschutzgutachten erstellt werden (wie dies bereits bei IKEA ebenfalls der Fall war), das ist nicht neu. Fällt dieses positiv aus, kann die Veranstaltung eine längere Genehmigungszeit bekommen, zumal sie nicht im Freien statt findet. Gerade wegen der mehrwöchigen Dauer muss zum Schutz der Anwohner ein begleitendes Lärmmonitoring vorgesehen werden.
Aufgrund der Lage der Teutonia ist es zudem nötig, Parkplätze u.a. bei den Messehallen vorzusehen/auszuweisen und bereits bei der Einladung deutlich auf diese hinzuweisen. Somit wird die An-/Abreise per MIV nicht zum zusätzlichen Ärgernis. Autos auf den Grünflächen sind unbedingt zu verhindern.

 

Fazit:
Bei allen Pro-und Contra-Positionen sehe ich in diesem Fall durchaus Lösungsmöglichkeiten. Ich kann die Beteiligten der Stadt und die Veranstalter nur bitten, sich einmal in Ruhe zusammen zu setzen, um das Gesamtkonzept im Detail durch zu gehen. So kann die beliebte Veranstaltung vielleicht doch noch gerettet werden.

 

Und wenn es dieses Jahr nichts mehr wird – bitte bereits jetzt festlegen, wie eine Genehmigung für das nächste Jahr gesichert werden kann.

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